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Rechnungsbetrug: So erkennen Sie Betrugsversuche und schützen Ihr Unternehmen

8 MIN. LESEDAUER

Rechnungsbetrug gehört zu den häufigsten Betrugsformen im geschäftlichen Zahlungsverkehr. Kriminelle nutzen gezielt Schwachstellen in Prozessen, Systemen oder der Kommunikation, um Unternehmen zu unberechtigten Zahlungen zu bewegen. Dabei wirken viele Rechnungen auf den ersten Blick plausibel und orientieren sich an realen Bestellungen, bekannten Lieferanten oder bestehenden Geschäftsbeziehungen.

Die Folgen können erheblich sein: finanzielle Verluste, gestörte Abläufe in der Buchhaltung und zusätzlicher Aufwand bei der Klärung von Betrugsfällen. Gleichzeitig steigt das Risiko, dass sensible Daten in falsche Hände geraten.

Das Wichtigste zum Rechnungsbetrug auf einen Blick:
  • Rechnungsbetrug ist der Versuch, Unternehmen oder Personen durch gefälschte oder manipulierte Rechnungen zu unberechtigten Zahlungen zu bewegen.
  • Typische Betrugsarten sind unter anderem gefälschte Rechnungen, doppelte Abrechnungen, manipulierte Bankverbindungen sowie Phishing und Identitätsbetrug.
  • Betrüger:innen nutzen häufig Schwachstellen in Prozessen, fehlende Kontrollen oder menschliche Fehler, um Zahlungen auszulösen.
  • Typische Warnsignale sind abweichende Absender, ungewöhnliche Rechnungsbeträge, fehlende Bestellbezüge oder neue Bankverbindungen.
  • Im Ernstfall sollten Sie schnell handeln: Zahlung stoppen, Bank kontaktieren, Betrug melden und Anzeige bei der Polizei erstatten.
  • Die Haftung liegt in vielen Fällen beim Unternehmen selbst, insbesondere wenn Prüfprozesse fehlen oder nicht eingehalten werden.
  • Wirksame Prävention basiert auf klaren Abläufen, regelmässigen Kontrollen, geschulten Mitarbeitenden und dem Vier-Augen-Prinzip.

Was ist Rechnungsbetrug?

Beim Rechnungsbetrug versuchen Kriminelle, Unternehmen oder Personen zu einer Zahlung für Leistungen oder Produkte zu bewegen, die nicht erbracht wurden. Dazu erstellen sie gefälschte oder manipulierte Rechnungen oder geben sich als legitime Rechnungssteller aus.

Ziel ist es, dass die Zahlung auf ein Konto der Betrüger:innen erfolgt. Häufig nutzen sie dabei bekannte Namen von Lieferanten, täuschend echte Dokumente oder bestehende Geschäftsbeziehungen, um Vertrauen zu erzeugen.

Rechnungsbetrug kann sowohl durch Externe als auch intern durch Mitarbeitende erfolgen. In beiden Fällen werden Schwachstellen in Prozessen, Kontrollen oder der Kommunikation ausgenutzt, um unberechtigte Zahlungen auszulösen.

Typische Merkmale von Betrugsversuchen

Beim Rechnungsbetrug verfolgen Täter:innen ein klares Ziel: Sie wollen, dass Sie eine Zahlung auslösen, ohne die zugrunde liegende Rechnung ausreichend zu prüfen. Dafür setzen sie gezielt auf Täuschung und Zeitdruck.

Typische Merkmale solcher Betrugsversuche sind:

  • Dringende Zahlungsaufforderungen, oft verbunden mit Fristen oder Androhungen von Konsequenzen

  • Ungewohnte Änderungen, zum Beispiel bei der Bankverbindung oder dem Ansprechpartner

  • Täuschend echte Absender, die bekannten Lieferanten oder internen Personen ähneln

  • Unklare oder fehlende Bezugspunkte, zum Beispiel keine eindeutige Bestellung

  • Auffällige Rechnungsbeträge, die nicht zu bisherigen Transaktionen passen

Das Risiko: Je vertrauter eine Rechnung wirkt, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie kritisch hinterfragt wird.

Welche Arten von Rechnungsbetrug gibt es?

Von ausgeklügelten Scams über Cyberkriminalität bis hin zu internen Schwachstellen: Rechnungsbetrug kann unterschiedlich aussehen. Folgende Methoden können auftreten

  • Account-Übernahme durch Phishing: Betrüger:innen versenden täuschend echte E-Mails oder Nachrichten, um an sensible Informationen wie Zugangsdaten oder Kontoinformationen zu gelangen. Mit diesen Daten können sie anschliessend legitime Kommunikationskanäle übernehmen und Rechnungen im Namen echter Absender verschicken.

  • Überhöhte oder manipulierte Rechnungsbeträge: Hier werden Preise oder Mengen bewusst verändert, um den Rechnungsbetrag zu erhöhen. Die Abweichungen wirken oft plausibel und fallen ohne genaue Prüfung der Bestellung oder Lieferung nicht sofort auf.

  • Gefälschte Rechnungen und Scheinrechnungen: Betrüger:innen erstellen Rechnungen für Leistungen oder Produkte, die nie erbracht wurden. Häufig orientieren sich diese an real existierenden Unternehmen oder Lieferanten, um glaubwürdig zu wirken.

  • Doppelte Rechnungen: Dieselbe wird Rechnung mehrfach eingereicht. Ohne saubere Prozesse oder systemseitige Rechnungsprüfung kann es passieren, dass der Betrag mehr als einmal bezahlt wird.

  • Betrug durch Lieferanten: Auch bestehende oder neue Lieferanten können bewusst falsche Rechnungen stellen, zum Beispiel durch zusätzliche Positionen oder nicht vereinbarte Leistungen. Ohne Abgleich mit Bestellung und Vertrag bleibt das oft unbemerkt.

  • Interner Rechnungsbetrug durch Mitarbeitende: Mitarbeitende mit Zugriff auf Zahlungs- oder Buchhaltungssysteme können Prozesse manipulieren, um Zahlungen umzuleiten oder unberechtigte Rechnungen freizugeben.

  • Identitätsfälschung (z. B. CEO-Betrug): Betrüger:innen geben sich als Führungskräfte oder bekannte Ansprechpartner aus und fordern zur schnellen Zahlung auf. Die Kommunikation wirkt glaubwürdig und nutzt bestehende Hierarchien aus.

  • Social Engineering im Rechnungsprozess: Hierbei manipulieren Täter:innen gezielt Personen im Unternehmen, zum Beispiel durch gefälschte Kommunikation oder das Eindringen in bestehende E-Mail-Verläufe. Ziel ist es, Vertrauen zu gewinnen und Zahlungen umzulenken.

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Woran Sie Rechnungsbetrug erkennen

Rechnungsbetrug ist oft schwer zu erkennen, da viele Dokumente auf den ersten Blick seriös wirken. Dennoch gibt es Auffälligkeiten, auf die Sie achten sollten.

Auffälligkeiten in Rechnung und Absender

Prüfen Sie jede Rechnung sorgfältig, insbesondere bei neuen oder unerwarteten Forderungen. Typische Warnsignale sind:

  • unbekannter oder leicht veränderter Absendername

  • abweichende E-Mail-Adresse oder Domain

  • ungewöhnliche Rechnungsnummern oder fehlende Pflichtangaben

  • neue oder geänderte Bankverbindung

Schon kleine Abweichungen können auf einen Betrugsversuch hinweisen.

Unstimmigkeiten bei Betrag, Bestellung oder Lieferanten

Ein häufiger Hinweis auf Rechnungsbetrug sind Abweichungen zwischen Rechnung und tatsächlicher Bestellung:

  • der Rechnungsbetrag passt nicht zur vereinbarten Leistung

  • Positionen wurden ergänzt oder verändert

  • es ist keine zugehörige Bestellung oder Lieferung vorhanden

  • unbekannter Lieferant oder ungewöhnliche Geschäftsbeziehung

Ein systematischer, am besten digitaler Abgleich mit Bestellungen und Lieferdaten hilft, solche Unstimmigkeiten früh zu erkennen.

Warnsignale bei E-Mails und Anhängen

Viele Betrugsfälle beginnen mit einer E-Mail. Achten Sie besonders auf:

  • unerwartete Rechnungen im Anhang

  • ungewöhnliche Formulierungen oder sprachliche Fehler

  • hoher Zeitdruck in der Nachricht

  • Aufforderungen, Anhänge zu öffnen oder Links zu klicken

Öffnen Sie Anhänge und Links nur, wenn der Absender eindeutig verifiziert ist.

Wichtig: Im Zweifel sollten Sie immer direkt beim angeblichen Rechnungssteller nachfragen – über bekannte Kontaktdaten, nicht über die Angaben in der Rechnung.

Rechnungsbetrug melden: Was Sie im Ernstfall tun sollten

Wenn Sie den Verdacht auf Rechnungsbetrug haben, sollten Sie schnell handeln. Je früher Sie reagieren, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, finanzielle Schäden zu begrenzen

Sofortmassnahmen nach einem Verdacht

Sobald Ihnen eine verdächtige Rechnung auffällt:

  • Zahlung sofort stoppen, falls sie noch nicht erfolgt ist

  • Rechnung und zugehörige Kommunikation sichern

  • interne Verantwortliche informieren (z. B. Buchhaltung, IT oder Compliance)

  • betroffene Prozesse vorübergehend prüfen oder aussetzen

Wichtig ist, nicht vorschnell Zahlungen zu leisten und den Sachverhalt intern zu klären.

Bank, Polizei und betroffene Partner informieren

Wenn bereits eine Zahlung erfolgt ist oder ein konkreter Betrugsversuch vorliegt:

  • Kontaktieren Sie umgehend Ihre Bank, um die Zahlung prüfen oder stoppen zu lassen

  • Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei, um den Fall offiziell zu melden

  • informieren Sie den betroffenen Lieferanten oder Rechnungssteller

Zahlungen stoppen oder zurückholen

Ob eine Zahlung rückgängig gemacht werden kann, hängt vom Zeitpunkt ab:

  • Bei frühzeitiger Reaktion kann die Bank Überweisungen ggf. noch stoppen

  • Ist das Geld bereits weitergeleitet, sinken die Erfolgschancen

  • dennoch sollten alle Schritte eingeleitet werden, um den Schaden zu begrenzen

Grundsätzlich gilt: Je schneller Sie handeln, desto besser sind Ihre Chancen.

Wer haftet bei Rechnungsbetrug?

Wer bei Rechnungsbetrug haftet, hängt vom jeweiligen Einzelfall ab. Entscheidend ist vor allem, ob bestehende Prüfpflichten eingehalten wurden und wie der Betrug konkret ablief.

In der Regel trägt das Unternehmen selbst den entstandenen Schaden, wenn eine betrügerische Rechnung bezahlt wurde. Das gilt insbesondere dann, wenn interne Kontrollmechanismen fehlen oder nicht konsequent angewendet werden. Werden Rechnungen beispielsweise nicht ausreichend geprüft oder lassen sich Prozesse leicht umgehen, kann das als organisatorisches Versäumnis gewertet werden.

Banken und Zahlungsdienstleister übernehmen meist keine Haftung für solche Fälle. Sie führen Überweisungen auf Basis der angegebenen Zahlungsdaten aus und prüfen in der Regel nicht, ob eine Rechnung berechtigt ist. Nur in Ausnahmefällen, zum Beispiel bei eigenen Sicherheitsmängeln, kann eine Mitverantwortung bestehen. Umso wichtiger ist es, verdächtige Zahlungen schnell zu melden, da Überweisungen mit vergehender Zeit schwerer zurückzuholen sind.

So können Sie Rechnungsbetrug verhindern

Rechnungsbetrug vermeiden Sie vor allem dann, wenn Sie Ihre Abläufe gut strukturieren und konsequent anwenden. Wichtig ist, dass Sie Rechnungen nicht isoliert prüfen, sondern immer im Zusammenhang mit Bestellung und Lieferung betrachten. Die folgenden Massnahmen helfen Ihnen dabei, Risiken früh zu erkennen und zu reduzieren:

Rechnungsabgleich durchführen

Gleichen Sie jede Rechnung mit der zugehörigen Bestellung und Lieferung ab. Mit dem Rechnungsabgleich stellen Sie sicher, dass alle Angaben korrekt sind und die Leistung tatsächlich erbracht wurde.

  • Prüfen Sie, ob Preise, Mengen und Positionen übereinstimmen

  • Stellen Sie sicher, dass eine Bestellung vorliegt

  • Kontrollieren Sie, ob die Lieferung erfolgt ist

So verhindern Sie, dass falsche oder manipulierte Rechnungen bezahlt werden.

Kontoauszüge regelmässig überprüfen

Schauen Sie Ihre Kontoauszüge regelmässig durch. So erkennen Sie schneller, wenn etwas nicht stimmt.

  • Prüfen Sie unbekannte Zahlungsempfänger

  • Achten Sie auf neue oder geänderte Kontoverbindungen

  • Kontrollieren Sie auffällige Beträge

Rechnungsdetails genau prüfen

Sehen Sie sich jede Rechnung im Detail an. Betrüger:innen verändern oft nur kleine Dinge, die leicht zu übersehen sind.

  • Prüfen Sie Absender und Firmennamen

  • Kontrollieren Sie die Bankverbindung

  • Achten Sie auf ungewöhnliche Formulierungen

  • Vergleichen Sie die Positionen mit der Bestellung

Bewusstsein im Unternehmen schaffen

Sorgen Sie dafür, dass alle Beteiligten die Risiken kennen. Viele Betrugsversuche funktionieren nur, weil Mitarbeitende unsicher sind oder Routineabläufe nicht hinterfragen.

  • Schulen Sie Ihr Team regelmässig

  • Geben Sie Regeln für den Umgang mit Rechnungen vor

  • Ermutigen Sie dazu, im Zweifel nachzufragen

Prozesse und Zuständigkeiten festlegen

Legen Sie fest, wer was prüft und freigibt. So vermeiden Sie, dass einzelne Personen den gesamten Prozess allein steuern.

  • Nutzen Sie das Vier-Augen-Prinzip

  • Trennen Sie Prüfung und Zahlung

  • Dokumentieren Sie Ihre Abläufe

Lieferanten und Bankdaten verifizieren

Überprüfen Sie Änderungen bei Zahlungsdaten immer aktiv. Verlassen Sie sich nicht auf die Angaben in der Rechnung.

  • Fragen Sie beim Lieferanten direkt nach

  • Nutzen Sie bekannte Kontaktdaten

  • Bestätigen Sie neue Bankverbindungen separat

Digitale Systeme und Automatisierung nutzen

Nutzen Sie digitale Lösungen, um Ihre Prozesse zu unterstützen. Systeme prüfen Daten schneller und erkennen Abweichungen zuverlässiger.

  • Automatisieren Sie den Abgleich von Rechnungen

  • Erfassen Sie alle Daten zentral

  • Steuern Sie Rechnungsfreigaben über feste Workflows

Ihre nächsten Schritte: Digitale Lösungen implementieren

Digitale Lösungen unterstützen Sie dabei, Ihr Rechnungsmanagement strukturiert, nachvollziehbar und sicher zu gestalten. Sie automatisieren zentrale Abläufe und helfen, Rechnungsfehler  sowie Risiken für Rechnungsbetrug zu reduzieren.

Mit einer Lösung von Perk digitalisieren Sie nicht nur Ihre Rechnungsverarbeitung, sondern optimieren Ihre gesamte Kreditorenbuchhaltung. Durch automatisierte Prüfungen und die Integration in bestehende Systeme stellen Sie sicher, dass Rechnungen konsistent verarbeitet und frühzeitig überprüft werden.

Folgende Funktionen tragen dazu bei, Ihre Prozesse sicherer zu machen:

  • Sie erfassen Rechnungsdaten automatisch und legen klare Genehmigungsabläufe fest

  • Sie gleichen Rechnungen mit Bestellungen und Lieferungen ab, um Abweichungen zu erkennen

  • Sie vermeiden doppelte oder unberechtigte Zahlungen

  • Sie reduzieren manuelle Aufgaben durch automatisierte Verarbeitung und KI-Unterstützung

  • Sie behalten den Überblick über alle Rechnungen und Zahlungsstände in Echtzeit

  • Sie integrieren Rechnungsprozesse in Ihr ERP-System und steuern Abläufe zentral

Perk gleicht Rechnungen automatisch mit relevanten Dokumenten wie Bestellungen und Liefernachweisen ab. So stellen Sie sicher, dass jede Transaktion inhaltlich korrekt ist. Gleichzeitig können Sie jeden Schritt im Prüf- und Genehmigungsprozess nachvollziehen und dokumentieren.

Durch rollenbasierte Zugriffe und geschützte Systeme verhindern Sie unbefugte Änderungen. Das erschwert sowohl interne als auch externe Manipulationen. Alle Rechnungen und Freigaben bleiben zentral verfügbar und lassen sich jederzeit prüfen.

Zusätzlich profitieren Sie von einem revisionssicheren Prozess. Alle Schritte werden dokumentiert und bleiben nachvollziehbar. Das ist ein wichtiger Vorteil bei internen Kontrollen oder externen Prüfungen.

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